Hürden für soziale Problemlöser - abgebaut?

Karrierewege

Im Sommer 2011 fragten wir mit Unterstützung eines Teams von McKinsey & Company über 40 Experten von Stiftungen, Wohlfahrtsverbänden, Politik, sozialen Investoren, Unternehmen und wissenschaftlichen Institutionen nach den Hürden für die Verbreitung erfolgreicher sozialer Innovationen in Deutschland - und nach Möglichkeiten diese zu überwinden. Das Ergebnis: Sechs Thesen zu Hürden für soziale Problemlöser und Ansätze zur Überwindung. Seither arbeiten wir kontinuierlich mit unseren Partnern an der Überwindung dieser Hürden. Unsere Schwerpunkte bisher: Innovative Finanzierungsinstrumente sowie eine Talentinitiative für den sozialen Sektor. Hier geben wir einen kleinen Überblick, was wir bisher gemeinsam in  erreicht haben:

Innovative Finanzierungsinstrumente

Wir stehen noch am Anfang, wenn es darum geht, Sozialunternehmern die Finanzierungen zu geben, die sie brauchen, um ihre Ideen flächendeckend zu verbreiten. Durch Kombination existierender Finanzierungsinstrumente, neue Kooperationsformen zwischen Finanziers und durch neue Akteure kann ein Finanzmarkt für sozial orientier­tes Kapital geschaffen werden. Hier hat mit Unterstützung vieler Partner 2013 die FASE – Finanzierungsagentur für Social Entrepreneurship gegründet. Bislang konnten 14 Wachstumsfinanzierungen mit einem Volumen von insgesamt fünf Millionen Euro ermöglicht werden. Mit ihnen werden Beispiele für hybride Finanzierungen geschaffen, die sich in erster Linie am Bedarf der Social Entrepreneurs orientieren und unterschiedliche Finanziers zusammen bringen - ein Novum in der bisherigen Finanzierungslandschaft. Diverse Publikationen, Artikel, Konferenzauftritte und Vernetzungsveranstaltungen in Deutschland und Europa begleiten die konkrete Finanzierungsarbeit. Mehr über Herausforderungen und Lösungsansätze erfahren Sie in unserem Thesenpapier "Finanzierung neu denken".

Karrierewege in den Sozialsektor

Erfolgreiche Sozialunternehmer brauchen neben guten Finanzierungsmöglichkeiten auch Teams mit den besten Talenten. Heute finden Suchende in sozialen Organisationen häufig zwar Engagement und Erfüllung, zu selten aber finden sie Karrierewege, die ihre Talente, Erfahrungen und Gestaltungsfreude nutzen und dabei Professionalität und Sicherheit bieten. Denn das Wissen um mögliche Karrierewege im Sozialsektor ist gering – und die Vorurteile hoch: Vermutet werden geringe Möglichkeiten Verantwortung zu übernehmen, mangelnde Chancen für berufliche Weiterbildung und deutlich zu geringe Gehaltsniveaus. Vorurteile, die oft der Realität nicht entsprechen. Gleichzeitig geben die meisten Gründer und Geschäftsführer sozialer Startups in Deutschland an, dass fehlendes Fach- und Führungspersonal eines von zwei zentralen Wachstumsproblemen ist. Ashoka gestaltet mit verschiedenen Partnern Karrierewege im sozialunternehmerischen Sektor. Die Gründung der Personalvermittlung Talents4Good, die weitere Verzahnung mit Universitäten, Initiativen wie der “Entrepreneurs Pledge”, Start-Ups wie „The Changer“ und die Diskussion rund um Intrapreneurship, Karrieren mit Sinn und neue Organisations- und Führungsformen: All das hat die Durchlässigkeit von Wirtschaft und Sozialsektor für Fachkräfte und motivierte Unternehmer stark verbessert. Eine Herausforderung, so unser Eindruck, bleibt die Gewinnung und Vermittlung von erfahrenen Spitzenkräften für die Branche. Grund genug für uns, hier im Jahr 2016 ein Pilotprojekt zu starten, um auch auf dieser Ebene Karriereperspektiven aufzuzeigen. Hintegrundinformationen zum Thema geben wir im Thesenpapier "Karrierewege für Weltveränderer".

 

 

 

This article was originally published on 30 Januar 2017
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