Pionier und Antreiber im sozialen Sektor, aktiv in über 80 Ländern, zu ihren Fellows gehören Muhammad Yunus und Jimmy Wales: Ashoka ist seit über 30 Jahren die weltweit größte Organisation zur Förderung von Social Entrepreneurship. Ein Porträt.

Hamburg – Aus Brachland blühende Gärten zu machen, ist keine einfache Angelegenheit. Da  bedarf es einer Menge Wasser, Düngung, Planung, Durchhaltevermögen, Engagement und  Mitstreiter, ehe aus dem öden Stück Land ein bunter Flecken mit gesunden, starken Pflanzen  wird, die im besten Fall irgendwann über die Grenzen der Brache hinauswachsen und die  umliegenden Felder erobern. Ganz klar: Ohne einen professionellen Gärtner geht da nichts.

Wenn man so will, dann ist Ashoka dieser Gärtner im Bereich Social Entrepreneurship.  Einer, der diesen noch jungen Sektor in Deutschland zu einem fruchtbaren Grund machen   möchte. Sicher weiß der Gärtner viele andere fleißige Helfer um sich, die ebenfalls mit Hacke   und Spaten auf dem Feld unterwegs sind – doch Ashoka profitiert von gutem Equipment, jahrelangem Know-how und globalem Überblick.

Das kommt nicht von Ungefähr: Die gemeinnützige Organisation ackert auf diesem Feld seit   über 30 Jahren, und das nicht nur in Deutschland, sondern in mittlerweile über 80 Ländern weltweit – damit ist sie die erste und weltweit führende Organisation von Social Entrepreneurs . Gegründet wurde Ashoka 1980 von dem US-Amerikaner Bill Drayton in   Washington D.C., einem ehemaligen Berater bei McKinsey und Vize-Chef in der US-  Umweltbehörde ESA. 2005 wurde der heute 71-jährige gebürtige New Yorker vom Harvard’s Center for Public Leadership zu den 25 „Best Leaders“ der USA gewählt – neben Microsoft- Legende Bill Gates und Google-Gründer Larry Page. Das Wort Ashoka entstammt dem Sanskrit und bedeutet so viel wie „Überwinden von Missständen“. Das trifft so ziemlich  genau den Kern der Organisation: die Förderung von Social Entrepreneurs, die mit dem Ziel antreten, innovative unternehmerische Lösungen für drängende gesellschaftliche Probleme zu finden, umzusetzen und zu verbreiten (siehe Pressetext „Ein Hype, der nicht verschwinden  will“).

Ashokas Haupttätigkeit: Jedes Jahr identifiziert jede der Ashoka-Tochtergesellschaften in den jeweiligen Staaten Social Entrepreneurs mit besonders innovativen und wirkungsvollen Ansätzen, die nach einem mehrstufigen Auswahlprozess am Ende als Ashoka Fellows in die globale Gemeinschaft sozialer Pioniere aufgenommen werden. In Deutschland zum Beispiel nimmt Ashoka jährlich bis zu 300 Projekte und die dahinterstehenden Macher unter die Lupe, von denen bislang durchschnittlich fünf bis acht in die so genannte Fellowship aufgenommen werden – auf Lebenszeit. Konkret heißt das: Bis zu drei Jahre lang bekommt der Ashoka-Fellow ein Lebenshaltungsstipendium und erhält darüber hinaus Schulungen unter anderem in den Bereichen Finanzierung, Wachstum oder auch Organisationsentwicklung und wichtige Zugänge zu Politik, Wirtschaft, Stiftungen, Wohlfahrtsorganisationen und Investoren. Wichtige Pro-bono-Partner sind dabei etwa die Unternehmensberatung McKinsey & Company, die Kanzlei Hogan Lovels oder die PR- Agentur Hill + Knowlton.

Bis heute wurden weltweit 3000 Fellows in das Programm aufgenommen, die sich untereinander verzahnen, helfen und unterstützen. Ashoka Deutschland hat seit der Gründung 2003 bislang 51 Fellows (Stand: 2014) aufgenommen, darunter einige, die über den Sektor hinaus bundesweit Bekanntheit erlangten, etwa Andreas Heinecke (Dialog im Dunkeln), Gregor Hackmack (abgeordnetenwatch.de), Ursula Sladek (Elektrizitätswerke Schönau) oder Christian Vater (DEUTSCHLAND RUNDET AUF). Der wohl bekannteste Fellow weltweit dürfte Muhammad Yunus sein, der mit der von ihm in Bangladesch gegründeten Grameen Bank („Bank der Armen“) 2006 den Friedensnobelpreis erhielt. Der zweite Friedensnobelpreis an einen Social Entrepreneur aus dem Ashoka Netzwerk ging 2014 an Kailash Satyarthi, der bereits 20 Jahre zuvor auch in das Netzwerk von Ashoka aufgenommen wurde. Andere prominente Fellows sind Wikipedia-Hauptgründer Jimmy Wales und in Europa etwa der Italiener Carlo Petrini, dem Begründer der Slow-Food-Bewegung. Die Bereiche, in denen die Ashoka-Fellows vor allem arbeiten, sind Bildung, Gesundheit, Menschrechte und Umwelt; 84 Prozent von ihnen arbeiten auch noch fünf Jahre nach Ende des Stipendiums an ihrem Vorhaben.

Unser wichtigstes Ziel ist es, den Innovationen der Social Entrepreneurs zum Durchbruch und zur Verbreitung zu verhelfen “, sagt Felix Oldenburg, Hauptgeschäftsführer Ashoka Deutschland und zuständig für ganz Europa. „Diese Lösungen werden üblicherweise von bestimmten Institutionen erwartet wie Ministerien, Stiftungen oder NGOs. Dabei brauchen wir mehr Menschen, die sich mitverantwortlich machen für Problemlösung in unserer Welt – anstatt sich zurück zu lehnen und auf andere zu warten.“ Daher geht es Ashoka darum, möglichst vielen Menschen beim Auf- und Ausbau ihrer kreativen Ideen zum Wohle der Allgemeinheit zu unterstützen.

Und das nicht nur mittels des Fellow-Programms. Daneben ist Ashoka aktiver Förderer des Bereichs auf allen relevanten Ebenen : In Deutschland etwa steht die Organisation in regelmäßigem Austausch mit zuständigen Akteuren in der Politik; auch in der Stiftungslandschaft arbeitet sie eng mit den in dem Bereich bedeutenden Häusern wie der BMW Stiftung Herbert Quandt, der Vodafone Stiftung oder der Robert Bosch Stiftung, in der Wirtschaft mit Unternehmen wie SAP oder Boehringer Ingelheim. Mit diesen und vielen anderen Partnern arbeitet Ashoka derzeit an der sogenannten „Machbarschaft“, eine Art Unterstützer-Netzwerk für Social Entrepreneurship.

Inhaltlich ist der Gärtner Ashoka derzeit insbesondere in zwei Beeten aktiv: in dem der Finanzierung und in dem des Personals. Mit dem Aufbau von FASE, der Finanzagentur für Social Entrepreneurship, hat Ashoka Anfang 2013 einen wichtigen Boden mitgeholfen zu bereiten, auf dem Social Entrepreneurs künftig einfacher an Kapital kommen sollen – der Zugang dazu ist eines der Hauptprobleme der Branche. Mithilfe der Personalagentur Talents4Good, deren Samen Ashoka ebenfalls tatkräftig wässerte und düngte, soll es gelingen, soziale Initiativen mit den bestmöglichen Talenten zu versorgen und umgekehrt Menschen die Möglichkeit zu geben, beruflich zum gesellschaftlichen Mehrwert beizutragen.

Alleiniger Gesellschafter von Ashoka Deutschland gGmbH ist Ashoka Innovators for the Public (USA), die NGO finanziert sich ausschließlich aus privaten Spenden und Unternehmens- und Stiftungszuwendungen (2013: 1,06 Mio. Euro). Die derzeit zehn Mitarbeiter der NGO arbeiten in Berlin, München und Hamburg. Als Hauptaufgabe in der Zukunft will Ashoka Social Entrepreneurship zu einem wichtigen Teil des Sozialsektors machen. Felix Oldenburg: „Social Entrepreneurship darf nicht als ein alternatives System zum Wohlfahrtsstaat oder gar als Vorwand für Sozialabbau verstanden werden, sondern als eine permanent erneuernde Kraft in Bürgergesellschaft und Sozialstaat.“

Pressetext von KOMBÜSE (Kommunikationsbüro für Social Entrepreneurship) im Auftrag von Ashoka Deutschland gGmbH. Der Text ist kostenfrei zum Abdruck freigegeben.

Fragen und Kontakt: lhaverkamp@ashoka.org

Mehr für Sie